Unser Haus in der Geschichte

In der Regel ist es so, daß ein Bahnhof eine Gastwirtschaft nach sich zieht.
Im Falle des Sternhauses ist es genau umgekehrt, da war zuerst ein Gasthaus da und bekam später sogar zwei eigene Bahnhöfe. Am 27. September 1886 wurde der Bau der ,,Gernrode-Harzgeroder-Eisenbahn" begonnen. Diese Harzer Schmalspurbahn bewältigt unglaubliche Steigungen. Das Forstgebiet um das Sternhaus hat eine lange Geschichte und es wurde in den letzten Jahrhunderten auf eigenwillige Weise von den Menschen geprägt. Italienische Gärtner hatten zuerst die Idee von der Anlage sternförmiger Parkwege, die einem gemeinsamen Mittelpunkt zustreben.
Die Franzosen sahen bei den Italienern. Was die Franosen taten, wurde in Deutschland kopiert, es gibt eine Vielzahl von Beispielen dafür. Auch die Fürsten von Anhalt wünschten über eine solche Anlage zu verfügen, nur sollte sie nicht auf einen kleinen Park beschränkt sein, sondern ein großes Waldgebiet umfassen. Landschaftsarchitekten und Forstmeister erhielten entsprechende Aufträge. Ausgewählt wurde das weitläufige Waldgebiet um den Ramberg oberhalb Gernrodes. Zunächst wurden genau ausgerichtete Schneisen in die Forsten geschlagen. Aus der Vogelperspektive betrachtet ergab sich tatsächlich nunmehr das Bild eines riesigen Sterns. Die Schneisen wurden zu Reitwegen ausgebaut, nun konnte die Jagd beginnen. Von den äußersten Punkten der Alleen ritten die Jäger zu einem bestimmten Zeitpunkt los. Reh und Hase, Fuchs und Hirsch rannten um ihre Leben, wurden aber durch die Anlage mit System dem Zentrum des Sterns zugetrieben. Erst 1936 wurde in Deutschland diese Art der "Jagd" verboten.


Als der Mensch methodisch an die Ausrottung des Wildes ging entwickelte sich auch im Harz eine Tierspezies, die sich vor allem durch Gewitztheit und flinke Beine auszeichnete. Es handelt sich dabei um eine merkwürdige Kreuzung zwischen Hase und Reh. Dabei trägt der etwas größere Waldhase durch eine Laune der Natur ein Rehgehörn zwischen den Löffeln. Dieses Tier wird im Volksmund und in der Jägersprache "Rasselbock" genannt. Wer dieser Sache keinen Glauben schenkt, der soll sich in der Gaststube die Trophäe eines Rasselbocks ansehen, der Sternhauswirt gibt gern weitere Auskünfte dazu.


1744 wurde ein "Windschuppen" errichtet, in dem die Jäger Schutz fanden. 1756 taucht zum ersten Mal der Name ,,Sternhaus" auf. Fürst Albrecht von Anhalt ließ in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts einen Rundbau in Fachwerkbauweise errichten. Aus allen Fenstern konnte man in die 8 Alleen blicken, die von hier aus in die Wälder führten. Das Stemhaus wurde zu einem beliebten Ausflugsziel und daher zu einem weitbekannten Gasthaus. Seit 1976 führt Familie Sedlak das Haus. Das historische Gebäude wurde in den 80er Jahren gründlich saniert und umgebaut. Zwar verschwand der Rundsaal, aber dennoch wurde der Neubau so gestaltet, dass er sich stilecht in die Landschaft einfügt. Seither sind die Gäste nicht mehr zählbar, die sich hier bei herzhafter Harzer Küche und selbstgebackenem Käse- und Apfelkuchen von den Sternwanderungen erholen und die natürlich dem berühmten Rasselbock ihre Reverenz erweisen. Oft trifft man in der gemütlichen Gaststube auch Förster und Jäger und erhält nebenbei gratis einen Extra-Kurs im unverwechselbaren Harzer Jägerlatein.


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